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- Kurzstatistik
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- Landesnatur
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- Pflanzen-
und Tierwelt
- Bevölkerung
- Wirtschaft
- Verkehr
- Geschichte
- Politik
und Verfassung
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Kurzstatistik:
Australischer Bund
parlamentarische bundesstaatliche Monarchie mit der britischen Königin als
Staatsoberhaupt
KFZ-Kennzeichen: AUS
Fläche: 7 713 364 km²
Einwohner: 18,1 Mill.
Hauptstadt: Canberra
Sprachen: Englisch
Feiertage: 26.1.
Währung: 1 Australischer Dollar = 100 Cents
Lage: zwischen 10° und 44° s.Br. sowie 113°09' und 153°39' ö.L.
Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit +7 bis +9 Std.
Grenzen: Kontinent zwischen Indischem Ozean (im W) und Pazifischem Ozean |
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Allgemeines:
Der kleinste, auf der
Südhalbkugel gelegene, vom Indischen und Pazifischen Ozean umgebene Kontinent
der Erde ist der einzige gänzlich von einem einheitlichen Staatswesen
eingenommene Erdteil. Außer dem australischen Festland (rund 7,58 Mill. km²)
umfaßt der 1901 gebildete Australische Bund (The Commonwealth of Australia) die
dem Kontinentalsockel aufsitzenden Inseln Tasmanien, die Furneauxgruppe, Kings
und Hunter Island sowie die westaustralischen Inseln, ferner die Tiefseeinseln
Lord Howe Island und Macquarie Island.
Australien bildet einen parlamentarischen Bundesstaat, der als Mitglied des
Commonwealth of Nations den britischen König (bzw. die Königin) als
Staatsoberhaupt anerkennt. Es gliedert sich in die 6 Staaten New South Wales,
Victoria, Queensland, Südaustralien, Westaustralien und Tasmanien, das
Nordterritorium, den Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Canberra, davon
getrennt, jedoch zugehörig, Jervis Bay an der Ostküste und seit 1969 das Coral
Sea Islands Territory.
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Landesnatur:
Australien hat eine wenig
gegliederte Küste; nur im Norden greift der Carpentariagolf tiefer in den
Kontinent ein und bilden Arnhemland und Kap-York-Halbinsel markante Vorsprünge.
Von der sanft gebogenen Großen Australischen Bucht im Süden dringen Spencer-
und St.-Vincent-Golf, von Eyre- und Yorke-Halbinsel abgegliedert, ins Innere
vor. Auch die Oberflächenformen von Australien sind überwiegend flach, ein
durchschnittlich 400 m hohes Tafel- und Rumpfflächenland, das von Inselbergen
und einzelnen Mittelgebirgen überragt wird, im Nordwesten u. a. von der
Hamersley Range (1227 m) und der King Leopold Range (927 m), im Zentrum von den
Musgrave Ranges (Mount Woodroffe 1660 m) und den Macdonnell Ranges (Mount Ziel
1510 m). Die Ostküste begleitet ein 3000 km langes paläozoisches Faltengebirge,
die Great Dividing Range (Ostaustralische Kordillere), das nur im Süden
streckenweise Hochgebirgscharakter hat. Seine wichtigsten Glieder sind von
Süden nach Norden die Australischen Alpen (mit den Snowy Mountains, Mt.
Kosciusko 2231 m), die Blue Mountains oder Blauen Berge (1250 m), die Liverpool
Range (1585 m) und die New England Range (1608 m). Die nördlich anschließenden
Gebirge übersteigen an nur wenigen Stellen 1000 m Höhe. |
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Klima:
Das Klima ist im Norden des
Kontinents tropisch-heiß und feucht, im Süden subtropisch bis warm gemäßigt.
Das Innere ist wüstenhaft trocken, nur der Norden (Monsunniederschläge), der
Osten (passatische Stauniederschläge) und der Südwesten und Südosten (zyklonale
Winterregen) sind ausreichend feucht.
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Pflanzen-
und Tierwelt:
Im Norden breiten sich tropische Baum- und
Grassavannen aus, während Regen- und Mangrovewald lange Küstenstriche säumt.
Das Innere und der Westen werden dagegen vorwiegend von Wüsten und Steppen
eingenommen. Weit verbreitet sind in Australien der Trockenbusch, in dem
Eukalyptus- und Akazienarten vorherrschen, der als Scrub bezeichnet wird. Neben
schmalen tropischen Regenwaldsäumen im Norden sind Wälder an der Ostabdachung
der Great Dividing Range zu finden. Australien zeichnet sich durch eine
eigenartige, stark endemische Pflanzen- (Eukalyptus, Kasuarinen, Flaschenbäume
und Grasbäume) und Tierwelt (altertümliche Formen: Beuteltiere, Schnabeltier,
Emu) aus.
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Bevölkerung:
Die Bevölkerung besteht zu 95% aus eingewanderten Weißen meist britischer
Herkunft und zu 73% christlicher Konfession. Die Zahl der Ureinwohner
(Aborigines) liegt bei etwa 270 000; ferner gibt es 230 000 Asiaten
(Chinesen, Vietnamesen). Rund zwei Drittel der Bevölkerung leben in den
Großstädten Sydney, Canberra, Geelong, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Perth,
Newcastle, Wollongong und Hobart.
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Wirtschaft:
Australien ist in jeder
Beziehung ein reiches Land; Landwirtschaft, Viehzucht und enorme Bodenschätze
begründen den Wohlstand der Bevölkerung. Obwohl Wassermangel die Bodennutzung
einschränkt und nur etwa 6% der Landfläche kultivierter Agrarboden ist, bildet
die Land- und Weidewirtschaft Australiens mit ca. 38% des Gesamtexporterlöses
einen wichtigen Devisenbringer. Vor allem im Südosten und Südwesten hat die
Produktion von Getreide, Wein und Obst große Bedeutung. In Queensland werden Zuckerrohr
und tropische Früchte erzeugt. Weit verbreiteter und bedeutender ist die
Weidewirtschaft: 163 Mill. Schafe, 23,7 Mill. Rinder; intensive Schafzucht vor
allem im östlichen Inneren. Australien ist der größte Wollerzeuger und
-exporteur der Welt. Während die Fleischrinder meist im Norden des Landes
gezüchtet werden, ist die Milchwirtschaft in den Küstengebieten Victorias und
New South Wales verbreitet.
Australien zählt zu den größten Rohstofflieferanten der Erde. Der Bergbau
verfügt über ergiebige Lagerstätten von Eisenerz, Braun- und Steinkohle,
Bauxit, Kupfer, Blei, Zink, Nickel, Titan, Cadmium, Uran, Rutil, Zinn sowie
Gold, Silber und Opale; Australien fördert Erdgas und -öl für die eigene
Versorgung in ausreichenden Mengen. Die australische Industrie ist vielseitig
und leistungsfähig; sie verarbeitet die Rohstoffe, die Landwirtschaft und
Bergbau liefern. Die wichtigsten Industriegebiete liegen in New South Wales und
Victoria.
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Verkehr:
Eisenbahn- und Straßennetz verdichten sich nur
im Südosten und Südwesten. Das Innere und der Norden sind wenig erschlossen.
Die Eisenbahn von Süden (Adelaide) nach Norden reicht nur bis Alice Springs an
den Macdonnell Ranges, von da führt eine Straße weiter (Stuart Highway) nach
Darwin. Im Norden erreicht die Bahn von Darwin her Larrimah. Wichtig sind die
Oststrecken (im Südosten stark ausgebaut) und die transkontinentale Verbindung
von Sydney über Melbourne und Adelaide nach Perth (mit Stichbahnen ins Innere).
Eine Integration des Eisenbahnnetzes (38 400 km) der einzelnen
Staatsbahnen ist wegen der verschiedenen vorhandenen Spurweiten schwierig. Alle
größeren Städte, vor allem Sydney und Melbourne, sind auch wichtige Häfen. Im
Inneren ist weithin das Flugzeug das einzige Verkehrsmittel.
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Geschichte:
Einzelne Entdeckungen australischer Küsten durch
spanische und portugiesische Seefahrer um die Mitte des 16. Jahrhunderts sind
sehr wahrscheinlich. Gesicherte Forschungsberichte setzten Anfang des 17.
Jahrhunderts ein. 1605 erreichte der Holländer Willem Janszoon († um 1638)
den Carpentariagolf; 1606 durchfuhr der Spanier L. V. de Torres die später nach
ihm benannte Torresstraße; 1616 betrat Dirk Hartog die westaustralische Küste
("Land der Eendragt"). In den folgenden Jahrzehnten machten die
Holländer wiederholt Entdeckungsfahrten zur Westküste des Kontinents, dem sie
1644 den Namen "Neu-Holland" gaben. 1642–1644 umsegelte Abel Tasman
Australien und entdeckte Van Diemensland (Tasmanien) und Neuseeland. Die
Unwirtlichkeit der Westküste nahm jedoch den Holländern bald das Interesse an
Australien.
Erst 1770 landete der Engländer James Cook an der fruchtbareren Ostküste und
nahm sie als Neusüdwales für Großbritannien in
Besitz. 1788 gründeten die Briten die erste Sträflingskolonie in der Nähe von
Sydney (Botany Bay) und legten damit den Grundstein zur Besiedlung des Erdteils
durch Weiße. Bis 1851 bzw. 1868 wurden Sträflinge nach Australien geschickt,
die entweder auf Regierungsfarmen oder bei privaten Siedlern Zwangsarbeit
leisten mußten. Schon 1793 landeten jedoch auch die ersten freien Kolonisten
bei Sydney. Durch die Entdeckung der Bass-Straße 1798 und durch die von M.
Flinders unternommene Umseglung Australiens im Jahre 1803 stand der
Küstenverlauf fest. Nach 1820 wurde der Name Australien für den Erdteil
gebräuchlich. Ab 1827 beanspruchte Großbritannien nicht
mehr nur die besiedelten Küstenstreifen, sondern den ganzen Kontinent.
Im 19. Jahrhundert wurde das Innere Australiens erforscht. Den Kontinent
durchquerten der Deutsche Ludwig Leichhardt (1844–1847), die Engländer Thomas
Mitchell (1845–1847), Augustus Gregory (1855/56) und Robert O'Hara Burke
(1860/61), der Australier John Mackinley (1861/62), der Engländer John Mac
Douall Stuart (1862) und der Australier David Lindsay (1887–1893).
Großbritannien gründete 1829 die Kolonie West-Australien,
1836 die Kolonie Süd-Australien;
von Neusüdwales
wurden 1851 Victoria,
1853 Tasmanien
und 1859 Queensland
als selbständige Kolonien getrennt, 1836 wurden die Städte Melbourne und
Adelaide gegründet. Große Goldfunde in West-Australien (seit 1823), Neusüdwales
und Victoria (1851) lockten einen Strom freiwilliger Siedler in das Land.
Australiens Austritt aus der kolonialen Unmündigkeit begann gesellschaftlich,
als 1831 mit der Einstellung der Landzuweisungen und 1840 mit der Abschaffung
der Zwangsarbeit bei privaten Siedlern ein freier Land- und Arbeitsmarkt
geschaffen wurde, politisch mit der Einrichtung einer kolonialen
Selbstverwaltung 1842–1850.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einem föderativen
Zusammenschluß immer lauter. Aufgrund einer königlichen Proklamation schlossen
sich am 1. 1. 1901 die 6 Kolonien zu einem Bundesstaat (Federal Commonwealth of
Australia) im Britischen Empire zusammen. Die australische Verfassung
orientierte sich am britischen und US-amerikanischen Vorbild. Eine starke
politische Stellung gewann die eng mit der starken Gewerkschaftsbewegung
verbundene Arbeiterpartei, die Mindestlöhne, Achtstundentag und Altersfürsorge
schon 1908 durchsetzte; hohe Schutzzölle (1907) sollten die Zahlung hoher Löhne
ermöglichen. Die Arbeiterpartei fand darin einen Bündnispartner in der
Liberalen Partei gegen die Opposition der am Grundbesitz orientierten
Landpartei (Country Party). Durch eine strenge Einwanderungspolitik wurden
farbige Einwanderer ferngehalten (Parole: "weißes Australien"). 1911
wurde durch ein Wehrgesetz die Landesverteidigung organisiert und mit dem Bau
einer eigenen Flotte begonnen. Seit 1913 ist Canberra Bundeshauptstadt. Am 1.
Weltkrieg nahm Australien auf britischer Seite teil; 1921 erhielt es die
deutschen Besitzungen in der Südsee südlich des Äquators als Mandate (Kaiser-Wilhelm-Land,
Bismarckarchipel, Salomonen, Nauru), die
inzwischen unabhängig oder Teil unabhängiger Staaten geworden sind. 1933
beanspruchte Australien einen Sektor des antarktischen Kontinents.
Der japanische Expansionsdrang bedeutete für den dünnbesiedelten Kontinent
bereits in den 1930er Jahren eine erhebliche Gefahr. Während des 2. Weltkriegs,
an dem Australien an der Seite Großbritanniens teilnahm, war der Kontinent nach
dem Fall von Singapur (1942) unmittelbar von Japan bedroht. 1945
wurde Australien Gründungsmitglied der UN. 1947 wurden die Heard- und
Macdonaldinseln, 1955 die Kokosinseln, 1958 Christmas Island
dem Australischen Bund unterstellt. 1951 trat Australien dem ANZUS-Pakt, 1954
der SEATO (bis 1977) bei. Im Koreakrieg waren australische Truppen als
UN-Streitkräfte, im Vietnamkrieg auf südvietnamesischer
Seite eingesetzt.
Die seit 1941 regierende Arbeiterpartei verlor 1949 die parlamentarische
Mehrheit an den Bürgerblock, ein Bündnis der Liberalen und der Landpartei. Der
Bürgerblock regierte bis 1972 unter Führung liberaler Premierminister
(1949–1966 R. G. Menzies). 1972 kam die Arbeiterpartei an die Regierung; sie
verlor jedoch 1974 die Mehrheit im Senat. Dieser lehnte 1975 dreimal den
Bundeshaushaltsplan ab. Daraufhin enthob der Generalgouverneur in rechtlich
umstrittener Weise den Premierminister G. Whitlam seines Amtes. Die 1975
gewählte, 1977 und 1982 wiedergewählte Regierung der Bürgerblockparteien unter
M. Fraser wurde nach den Wahlen von 1983 durch eine Labor-Regierung unter R.
Hawke abgelöst. 1991 wurde Hawke von P. Keating als Führer der Arbeiterpartei
und Regierungschef abgelöst. Die Regierung Keating, die bei den Wahlen 1993 im
Amt bestätigt wurde, konzentrierte sich vor allem auf die Überwindung der
schweren wirtschaftlichen Rezession. Die Wahlen 1996 gewann der Bürgerblock aus
Liberalen und Nationalpartei (die frühere Landpartei). Premierminister wurde
der Liberale J. Howard.
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Politik
und Verfassung:
Das Verfassungs-, Rechts- und Regierungssystem
Australiens (Verfassung von 1901) folgt der Tradition des britischen
Mutterlands; die bundesstaatlichen Elemente (relativ große Eigenständigkeit der
6 Gliedstaaten) wurden von den USA übernommen.
Staatsoberhaupt ist die britische Krone, vertreten durch den Generalgouverneur,
bei dessen Ernennung die Krone seit 1930 an den Vorschlag des australischen
Kabinetts gebunden ist. Seit 1986 hat Großbritannien keinerlei Befugnis mehr,
in das staatliche Leben Australiens einzugreifen. Die vom Premierminister
geführte Regierung ist dem Parlament verantwortlich. Das Parlament besteht aus
dem Abgeordnetenhaus mit 148 Mitgliedern, die auf 3 Jahre nach dem
Mehrheitswahlsystem gewählt werden, und dem Senat als Länderkammer mit 76
Mitgliedern.
Australien hat ein sog. Zweieinhalb-Parteien-System: Der traditionell starken
Arbeiterpartei (Labor Party) steht ein Bürgerblock gegenüber, der von der
Liberalen Partei (Liberal Party) bestimmt wird und dem die Nationalpartei
(National Party, früher National Country Party) als Interessengruppe der
Grundbesitzer und Viehzüchter anhängt. Daneben gibt es noch einige kleinere
Parteien.
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Textquelle:
© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh
1996
Aus: Bertelsmann Discovery '97
© Bertelsmann Electronic Publishing GmbH, München 1996
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