zurückzurück zur Infoseite

 

  1. Kurzstatistik
  2. Allgemeines
  3. Landesnatur
  4. Klima
  5. Pflanzen- und Tierwelt
  6. Bevölkerung
  7. Wirtschaft
  8. Verkehr
  9. Geschichte
  10. Politik und Verfassung

 

Kurzstatistik:

Australischer Bund
parlamentarische bundesstaatliche Monarchie mit der britischen Königin als Staatsoberhaupt

KFZ-Kennzeichen: AUS
Fläche: 7 713 364 km²
Einwohner: 18,1 Mill.
Hauptstadt: Canberra
Sprachen: Englisch
Feiertage: 26.1.
Währung: 1 Australischer Dollar = 100 Cents
Lage: zwischen 10° und 44° s.Br. sowie 113°09' und 153°39' ö.L.
Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit +7 bis +9 Std.
Grenzen: Kontinent zwischen Indischem Ozean (im W) und Pazifischem Ozean

nach oben nach oben

Allgemeines:

Der kleinste, auf der Südhalbkugel gelegene, vom Indischen und Pazifischen Ozean umgebene Kontinent der Erde ist der einzige gänzlich von einem einheitlichen Staatswesen eingenommene Erdteil. Außer dem australischen Festland (rund 7,58 Mill. km²) umfaßt der 1901 gebildete Australische Bund (The Commonwealth of Australia) die dem Kontinentalsockel aufsitzenden Inseln Tasmanien, die Furneauxgruppe, Kings und Hunter Island sowie die westaustralischen Inseln, ferner die Tiefseeinseln Lord Howe Island und Macquarie Island.
Australien bildet einen parlamentarischen Bundesstaat, der als Mitglied des Commonwealth of Nations den britischen König (bzw. die Königin) als Staatsoberhaupt anerkennt. Es gliedert sich in die 6 Staaten New South Wales, Victoria, Queensland, Südaustralien, Westaustralien und Tasmanien, das Nordterritorium, den Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Canberra, davon getrennt, jedoch zugehörig, Jervis Bay an der Ostküste und seit 1969 das Coral Sea Islands Territory.

nach oben nach oben

Landesnatur:

Australien hat eine wenig gegliederte Küste; nur im Norden greift der Carpentariagolf tiefer in den Kontinent ein und bilden Arnhemland und Kap-York-Halbinsel markante Vorsprünge. Von der sanft gebogenen Großen Australischen Bucht im Süden dringen Spencer- und St.-Vincent-Golf, von Eyre- und Yorke-Halbinsel abgegliedert, ins Innere vor. Auch die Oberflächenformen von Australien sind überwiegend flach, ein durchschnittlich 400 m hohes Tafel- und Rumpfflächenland, das von Inselbergen und einzelnen Mittelgebirgen überragt wird, im Nordwesten u. a. von der Hamersley Range (1227 m) und der King Leopold Range (927 m), im Zentrum von den Musgrave Ranges (Mount Woodroffe 1660 m) und den Macdonnell Ranges (Mount Ziel 1510 m). Die Ostküste begleitet ein 3000 km langes paläozoisches Faltengebirge, die Great Dividing Range (Ostaustralische Kordillere), das nur im Süden streckenweise Hochgebirgscharakter hat. Seine wichtigsten Glieder sind von Süden nach Norden die Australischen Alpen (mit den Snowy Mountains, Mt. Kosciusko 2231 m), die Blue Mountains oder Blauen Berge (1250 m), die Liverpool Range (1585 m) und die New England Range (1608 m). Die nördlich anschließenden Gebirge übersteigen an nur wenigen Stellen 1000 m Höhe.

nach oben nach oben

Klima:

Das Klima ist im Norden des Kontinents tropisch-heiß und feucht, im Süden subtropisch bis warm gemäßigt. Das Innere ist wüstenhaft trocken, nur der Norden (Monsunniederschläge), der Osten (passatische Stauniederschläge) und der Südwesten und Südosten (zyklonale Winterregen) sind ausreichend feucht.

nach oben nach oben

Pflanzen- und Tierwelt:

Im Norden breiten sich tropische Baum- und Grassavannen aus, während Regen- und Mangrovewald lange Küstenstriche säumt. Das Innere und der Westen werden dagegen vorwiegend von Wüsten und Steppen eingenommen. Weit verbreitet sind in Australien der Trockenbusch, in dem Eukalyptus- und Akazienarten vorherrschen, der als Scrub bezeichnet wird. Neben schmalen tropischen Regenwaldsäumen im Norden sind Wälder an der Ostabdachung der Great Dividing Range zu finden. Australien zeichnet sich durch eine eigenartige, stark endemische Pflanzen- (Eukalyptus, Kasuarinen, Flaschenbäume und Grasbäume) und Tierwelt (altertümliche Formen: Beuteltiere, Schnabeltier, Emu) aus.

nach oben nach oben

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht zu 95% aus eingewanderten Weißen meist britischer Herkunft und zu 73% christlicher Konfession. Die Zahl der Ureinwohner (Aborigines) liegt bei etwa 270 000; ferner gibt es 230 000 Asiaten (Chinesen, Vietnamesen). Rund zwei Drittel der Bevölkerung leben in den Großstädten Sydney, Canberra, Geelong, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Perth, Newcastle, Wollongong und Hobart.

nach oben nach oben

Wirtschaft:

Australien ist in jeder Beziehung ein reiches Land; Landwirtschaft, Viehzucht und enorme Bodenschätze begründen den Wohlstand der Bevölkerung. Obwohl Wassermangel die Bodennutzung einschränkt und nur etwa 6% der Landfläche kultivierter Agrarboden ist, bildet die Land- und Weidewirtschaft Australiens mit ca. 38% des Gesamtexporterlöses einen wichtigen Devisenbringer. Vor allem im Südosten und Südwesten hat die Produktion von Getreide, Wein und Obst große Bedeutung. In Queensland werden Zuckerrohr und tropische Früchte erzeugt. Weit verbreiteter und bedeutender ist die Weidewirtschaft: 163 Mill. Schafe, 23,7 Mill. Rinder; intensive Schafzucht vor allem im östlichen Inneren. Australien ist der größte Wollerzeuger und -exporteur der Welt. Während die Fleischrinder meist im Norden des Landes gezüchtet werden, ist die Milchwirtschaft in den Küstengebieten Victorias und New South Wales verbreitet.
Australien zählt zu den größten Rohstofflieferanten der Erde. Der Bergbau verfügt über ergiebige Lagerstätten von Eisenerz, Braun- und Steinkohle, Bauxit, Kupfer, Blei, Zink, Nickel, Titan, Cadmium, Uran, Rutil, Zinn sowie Gold, Silber und Opale; Australien fördert Erdgas und -öl für die eigene Versorgung in ausreichenden Mengen. Die australische Industrie ist vielseitig und leistungsfähig; sie verarbeitet die Rohstoffe, die Landwirtschaft und Bergbau liefern. Die wichtigsten Industriegebiete liegen in New South Wales und Victoria.

nach oben nach oben

Verkehr:

Eisenbahn- und Straßennetz verdichten sich nur im Südosten und Südwesten. Das Innere und der Norden sind wenig erschlossen. Die Eisenbahn von Süden (Adelaide) nach Norden reicht nur bis Alice Springs an den Macdonnell Ranges, von da führt eine Straße weiter (Stuart Highway) nach Darwin. Im Norden erreicht die Bahn von Darwin her Larrimah. Wichtig sind die Oststrecken (im Südosten stark ausgebaut) und die transkontinentale Verbindung von Sydney über Melbourne und Adelaide nach Perth (mit Stichbahnen ins Innere). Eine Integration des Eisenbahnnetzes (38 400 km) der einzelnen Staatsbahnen ist wegen der verschiedenen vorhandenen Spurweiten schwierig. Alle größeren Städte, vor allem Sydney und Melbourne, sind auch wichtige Häfen. Im Inneren ist weithin das Flugzeug das einzige Verkehrsmittel.

nach oben nach oben

Geschichte:

Einzelne Entdeckungen australischer Küsten durch spanische und portugiesische Seefahrer um die Mitte des 16. Jahrhunderts sind sehr wahrscheinlich. Gesicherte Forschungsberichte setzten Anfang des 17. Jahrhunderts ein. 1605 erreichte der Holländer Willem Janszoon († um 1638) den Carpentariagolf; 1606 durchfuhr der Spanier L. V. de Torres die später nach ihm benannte Torresstraße; 1616 betrat Dirk Hartog die westaustralische Küste ("Land der Eendragt"). In den folgenden Jahrzehnten machten die Holländer wiederholt Entdeckungsfahrten zur Westküste des Kontinents, dem sie 1644 den Namen "Neu-Holland" gaben. 1642–1644 umsegelte Abel Tasman Australien und entdeckte Van Diemensland (Tasmanien) und Neuseeland. Die Unwirtlichkeit der Westküste nahm jedoch den Holländern bald das Interesse an Australien.
Erst 1770 landete der Engländer James Cook an der fruchtbareren Ostküste und nahm sie als Neusüdwales für
Großbritannien in Besitz. 1788 gründeten die Briten die erste Sträflingskolonie in der Nähe von Sydney (Botany Bay) und legten damit den Grundstein zur Besiedlung des Erdteils durch Weiße. Bis 1851 bzw. 1868 wurden Sträflinge nach Australien geschickt, die entweder auf Regierungsfarmen oder bei privaten Siedlern Zwangsarbeit leisten mußten. Schon 1793 landeten jedoch auch die ersten freien Kolonisten bei Sydney. Durch die Entdeckung der Bass-Straße 1798 und durch die von M. Flinders unternommene Umseglung Australiens im Jahre 1803 stand der Küstenverlauf fest. Nach 1820 wurde der Name Australien für den Erdteil gebräuchlich. Ab 1827 beanspruchte Großbritannien nicht mehr nur die besiedelten Küstenstreifen, sondern den ganzen Kontinent.
Im 19. Jahrhundert wurde das Innere Australiens erforscht. Den Kontinent durchquerten der Deutsche Ludwig Leichhardt (1844–1847), die Engländer Thomas Mitchell (1845–1847), Augustus Gregory (1855/56) und Robert O'Hara Burke (1860/61), der Australier John Mackinley (1861/62), der Engländer John Mac Douall Stuart (1862) und der Australier David Lindsay (1887–1893). Großbritannien gründete 1829 die Kolonie
West-Australien, 1836 die Kolonie Süd-Australien; von Neusüdwales wurden 1851 Victoria, 1853 Tasmanien und 1859 Queensland als selbständige Kolonien getrennt, 1836 wurden die Städte Melbourne und Adelaide gegründet. Große Goldfunde in West-Australien (seit 1823), Neusüdwales und Victoria (1851) lockten einen Strom freiwilliger Siedler in das Land. Australiens Austritt aus der kolonialen Unmündigkeit begann gesellschaftlich, als 1831 mit der Einstellung der Landzuweisungen und 1840 mit der Abschaffung der Zwangsarbeit bei privaten Siedlern ein freier Land- und Arbeitsmarkt geschaffen wurde, politisch mit der Einrichtung einer kolonialen Selbstverwaltung 1842–1850.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einem föderativen Zusammenschluß immer lauter. Aufgrund einer königlichen Proklamation schlossen sich am 1. 1. 1901 die 6 Kolonien zu einem Bundesstaat (Federal Commonwealth of Australia) im Britischen Empire zusammen. Die australische Verfassung orientierte sich am britischen und US-amerikanischen Vorbild. Eine starke politische Stellung gewann die eng mit der starken Gewerkschaftsbewegung verbundene Arbeiterpartei, die Mindestlöhne, Achtstundentag und Altersfürsorge schon 1908 durchsetzte; hohe Schutzzölle (1907) sollten die Zahlung hoher Löhne ermöglichen. Die Arbeiterpartei fand darin einen Bündnispartner in der Liberalen Partei gegen die Opposition der am Grundbesitz orientierten Landpartei (Country Party). Durch eine strenge Einwanderungspolitik wurden farbige Einwanderer ferngehalten (Parole: "weißes Australien"). 1911 wurde durch ein Wehrgesetz die Landesverteidigung organisiert und mit dem Bau einer eigenen Flotte begonnen. Seit 1913 ist Canberra Bundeshauptstadt. Am 1. Weltkrieg nahm Australien auf britischer Seite teil; 1921 erhielt es die deutschen Besitzungen in der Südsee südlich des Äquators als Mandate (
Kaiser-Wilhelm-Land, Bismarckarchipel, Salomonen, Nauru), die inzwischen unabhängig oder Teil unabhängiger Staaten geworden sind. 1933 beanspruchte Australien einen Sektor des antarktischen Kontinents.
Der japanische Expansionsdrang bedeutete für den dünnbesiedelten Kontinent bereits in den 1930er Jahren eine erhebliche Gefahr. Während des 2. Weltkriegs, an dem Australien an der Seite Großbritanniens teilnahm, war der Kontinent nach dem Fall von Singapur (1942) unmittelbar von
Japan bedroht. 1945 wurde Australien Gründungsmitglied der UN. 1947 wurden die Heard- und Macdonaldinseln, 1955 die Kokosinseln, 1958 Christmas Island dem Australischen Bund unterstellt. 1951 trat Australien dem ANZUS-Pakt, 1954 der SEATO (bis 1977) bei. Im Koreakrieg waren australische Truppen als UN-Streitkräfte, im Vietnamkrieg auf südvietnamesischer Seite eingesetzt.
Die seit 1941 regierende Arbeiterpartei verlor 1949 die parlamentarische Mehrheit an den Bürgerblock, ein Bündnis der Liberalen und der Landpartei. Der Bürgerblock regierte bis 1972 unter Führung liberaler Premierminister (1949–1966 R. G. Menzies). 1972 kam die Arbeiterpartei an die Regierung; sie verlor jedoch 1974 die Mehrheit im Senat. Dieser lehnte 1975 dreimal den Bundeshaushaltsplan ab. Daraufhin enthob der Generalgouverneur in rechtlich umstrittener Weise den Premierminister G. Whitlam seines Amtes. Die 1975 gewählte, 1977 und 1982 wiedergewählte Regierung der Bürgerblockparteien unter M. Fraser wurde nach den Wahlen von 1983 durch eine Labor-Regierung unter R. Hawke abgelöst. 1991 wurde Hawke von P. Keating als Führer der Arbeiterpartei und Regierungschef abgelöst. Die Regierung Keating, die bei den Wahlen 1993 im Amt bestätigt wurde, konzentrierte sich vor allem auf die Überwindung der schweren wirtschaftlichen Rezession. Die Wahlen 1996 gewann der Bürgerblock aus Liberalen und Nationalpartei (die frühere Landpartei). Premierminister wurde der Liberale J. Howard.

nach oben nach oben

Politik und Verfassung:

Das Verfassungs-, Rechts- und Regierungssystem Australiens (Verfassung von 1901) folgt der Tradition des britischen Mutterlands; die bundesstaatlichen Elemente (relativ große Eigenständigkeit der 6 Gliedstaaten) wurden von den USA übernommen.
Staatsoberhaupt ist die britische Krone, vertreten durch den Generalgouverneur, bei dessen Ernennung die Krone seit 1930 an den Vorschlag des australischen Kabinetts gebunden ist. Seit 1986 hat Großbritannien keinerlei Befugnis mehr, in das staatliche Leben Australiens einzugreifen. Die vom Premierminister geführte Regierung ist dem Parlament verantwortlich. Das Parlament besteht aus dem Abgeordnetenhaus mit 148 Mitgliedern, die auf 3 Jahre nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt werden, und dem Senat als Länderkammer mit 76 Mitgliedern.
Australien hat ein sog. Zweieinhalb-Parteien-System: Der traditionell starken Arbeiterpartei (Labor Party) steht ein Bürgerblock gegenüber, der von der Liberalen Partei (Liberal Party) bestimmt wird und dem die Nationalpartei (National Party, früher National Country Party) als Interessengruppe der Grundbesitzer und Viehzüchter anhängt. Daneben gibt es noch einige kleinere Parteien.

nach oben nach oben

Textquelle:
© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1996
Aus: Bertelsmann Discovery '97
© Bertelsmann Electronic Publishing GmbH, München 1996

 

[Home]  [Infos]  [Bilder]  [On Tour]  [Links]  [Gästewand] [Kontakt]


 

  zurück zu Info